https://www.daad.de/pics/common/logo_daad_schriftzug.gifBonn, 17.7.2013. Eine wichtige Forderung in dem am Montag veröffentlichten Strategiepapier des Wissenschaftsrats (''Perspektiven des deutschen Wissenschaftssystems'') ist die gezielte Gewinnung ausländischer Studierender für ein Studium in Deutschland. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt diese Forderung mit Nachdruck und sieht sich als zentralen Ansprechpartner bei der Umsetzung. Hierfür müssten jedoch auch die notwendigen Mittel bereitgestellt werden.
''Ausländische Studierende sind nicht nur vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs in Deutschland wichtig'', kommentiert DAAD-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel das Papier des Wissenschaftsrats. ''Sie bereichern auch die interkulturellen Beziehungen an deutschen Hochschulen und fungieren als Freunde und Botschafter für Deutschland und seine Kultur im Ausland.'' Der DAAD fördere daher seit jeher die Anwerbung von Studierenden aus dem Ausland, insbesondere durch die Vergabe von Stipendien, die Bereitstellung von Expertise und die Unterstützung der Hochschulen bei der Entwicklung von Internationalisierungsstrategien und der Anbahnung von Kooperationen mit ausländischen Partnern.
Laut dem kürzlich veröffentlichten Bildungsbericht der OECD waren im Jahr 2011 insgesamt 272.696 ausländische Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Dies entspricht einem Anteil von 6,3 Prozent an allen ausländischen Studierenden weltweit (4,3 Millionen). Betrachtet man die längerfristige Entwicklung, so zeigt sich aber: Der Anteil Deutschlands an allen Auslandsstudierenden weltweit sinkt seit Jahren kontinuierlich, 2003 lag er noch bei 11,4 Prozent. Gleichzeitig haben sich die ''Marktanteile'' von Ländern wie Russland, Brasilien, Korea oder Saudi-Arabien im selben Zeitraum deutlich erhöht.
''Deutschland kann seine Position als eines der wichtigsten Gastländer für ausländische Studierende nur halten, wenn wir unser Ziel erreichen, die Zahl der ausländischen Studierenden in Deutschland innerhalb von zehn Jahren um 100.000 Studierende zu steigern'', erläutert Wintermantel. Angesichts der geplanten Kürzungen im entsprechenden Budget des Auswärtigen Amtes sei derzeit jedoch fraglich, ob dieses Ziel noch erreichbar sei.