Auslandsstudium in China
Auslandsstudium in China "Hey Ausländer, willst du eine Wohnung?"
In China beginnt die Uni, und Student Vandad Sohrabi aus Münster hat noch keine Bleibe. Die Suche verläuft abenteuerlich: Der erste Vermieter zeigt eine Bruchbude. Der nächste eine Liebeshöhle in rotem Samt. Und am Ende zählt Vandad in einer schicken Limousine bündelweise Geld.
Um mich herum tobt der Verkehr, während ich auf einen Vermieter warte. Autos hupen, frisierte Mopeds fahren auf dem Bürgersteig. Es ist Abend, ich habe mich auf eine Wohnungsanzeige im Internet gemeldet. "Hey Ausländer, willst du eine Wohnung?", ruft mir plötzlich ein Mann auf dem Moped zu. Er trägt eine Goldkette, eine dicke Armbanduhr und ein weißes Unterhemd. Es ist mein potentieller Vermieter.
Ich habe ein ungutes Gefühl und schaue zu meiner Freundin Baoyuan. Gemeinsam wollen wir für ein Auslandsjahr in Nanjing, in der Nähe von Shanghai, studieren. Normalerweise studiere ich Philosophie und Geschichte in Münster, aber für das nächste Jahr werde ich China erkunden.
Noch bevor es richtig los geht, sind wir mitten in unserem ersten Abenteuer. "Los kommt", sagt der Vermieter, spuckt auf den Boden und tuckert mit seinem Moped in Schrittgeschwindigkeit vor.
Wir folgen ihm und allmählich werden aus den vielbefahrenen Straßen schmale Gassen. Wir betreten dunkle Hinterhöfe, Gerüche von unbekannten Gewürzen steigen mir in die Nase. Der Vermieter führt uns in einen Hauseingang ohne Licht.